Rentners Ruh im Echzeller Wald

Der Unterstand an der "Rentners Ruh" im Echzeller Wald musste nach rund 40 Jahren abgerissen werden. Nach kontroverser Diskussion im Gemeindeparlament ("Wir brauchen sowas nicht, die Leute sollen sich Plastikpavillons aufstellen, wenn sie feiern wollen") bildete sich eine Bürgeraktion, angestossen von den Echzellern Hans J. Hahn und Werner Mogk, die erreichte dass der Unterstand, bzw. die Grillhütte innerhalb von kurzer Zeit neu errichtet werden konnte. Dieses Projekt, eine Aktion von Bürgern für Bürger stellt sicher, dass Vereine, Schulen, Kindergärten, Institutionen, Familien sowie alle Echzeller - auch die Gegner der Aktion - weiterhin einen Ort der Begegnung am Georgenteich haben. Viele Freiwillige sowie Handwerker aus der Region haben sich von Juli bis Dezember 2016 unentgeldlich eingebracht um den Unterstand, bzw. die Grillhütte neu entstehen zu lassen.

Das, ausschließlich über Spenden finanzierte, Projekt Unterstand/Grillhütte wurde am 15. Oktober 2016 der Bevölkerung übergeben. Danach wurden noch Seitenplanen als Wetterschutz angeschafft und die Renovierung der Schutzhütte angegangen. Diese wurde am 20. Dezember in einer kleinen Feier eröffnet.

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Der alte Unterstand


Planung und Bodenprüfung


Vorbereitungen

Am Montag, den  22.08.2016 um 19.30 Uhr hatten wir von der Bürgeraktion das letzte vorbereitende Gespräch mit den Helfern, Handwerkern und Firmen aus Echzell. Es wurden die Materiallisten aufgestellt sowie für nächste Woche den Arbeitsbeginn besprochen. Folgende Zuständigkeiten sind in Absprache mit der Gemeindeverwaltung festgelegt worden:

1. Werner Mogk/Malermeister und Hans J. Hahn koordinieren in Absprache mit Bauingenier Thomas Wätjen/Gemeinde Echzell die auszuführenden Arbeiten und Materialbestellungen.

2. Thorsten Roos planiert mit dem Bagger das Gelände und hebt die Fundamente aus.

3. Christian Ginter und Horst Glaub übernehmen die Durchführung der Fundamentierung.

4. Bauunternehmen Matthias Kapeller liefert die Eisenarmierung und den Beton für die Fundamente.

5. Die Zimmerei Jens Hergenröther übernimmt das Aufstellen des Holzwerkes.

6. Die Zimmerei Horst Mogk übernimmt die Bedachung mit Trapezblechen.

Weitere Arbeiten werden noch ausgeführt.


Planierung des Bodens und Markierungen für das Fundament


Bau der Ringankerkörbe und "Der Bagger ist da"

Setzen der Ringankerkörbe


Der Beton kommt


Die Jugendfeuerwehr Echzell reinigt die Fundamente


Es wird weiter betoniert


Fundamentarbeiten


Start der Holzarbeiten


Planieren des Bodens


Lieferung der Balken


Aufschlagen und Richtfest

Am 20. September 2016, keine 12 Wochen nach der ersten Besprechung zum Bau der neuen "Rentners Ruh" wurde der Unterstand im Echzeller Wald aufgeschlagen und das Richtfest gefeiert. Hans Hahn und Werner Mogk als Initiatoren der Bürgeraktion konnten neben Bürgermeister Wilfried Mogk und Gattin Sabine auch Otto Waas begrüßen. Dieser hatte den ursprünglichen Unterstand, der Anfang Januar abgerissen werden musste, damals mit errichtet und gab uns heute die Ehre, den Richtspruch vorzutragen.

Ab acht Uhr hatten die Helfer gut zu tun bevor der Radlader angelassen wurde, um die 400 kg schweren Pfetten auf die Pfosten zu heben so dass die Zimmerleute und Helfer die Holzkonstruktion mit Schrauben und Nägeln verbinden konnten. Durch eine sehr gute Zusammenarbeit ging der Aufbau des Unterstandes schneller vonstatten als geplant. Bürgermeister Mogk dankte bei seiner kurzen Rede allen Beteiligten, die sich an dieser Bürgeraktion beteiligt haben.

In der nächsten Zeit folgten die Dacharbeiten, bevor das Gelände mit Muttererde aus der Heinrichswiese aufgefüllt und dann planiert wurde.

Mit Gunst und Verlaub

Der Richtspruch von Otto Waas

Schirmend und schützend zum Himmelsgewölk
ragt strebend empor das Dachstuhlgebälk.
Fröhlich und fein die Festtagsgewänder
flattern am First des Richtbaumes Bänder.

Vollbracht und vollendet mit Meisterhand
grüßet der Neubau gar stolz ins Land.

Festlich eint uns zur Feier und Schmaus
heute das neu erstandene Haus.
Lob muss man vor allem den fleißigen Händen
Meistern, Gesellen und Lehrlingen spenden.

Und nun nach löblicher Handwerkssitte
nehme ich den Becher und bitte geziehmet
alle die freundlichst hier zum Fest versammelt,
laut mit mir in den Hochruf einzustimmen:
Unser verehrter Bürgermeister und allen
durch deren Bemühen der Bau so trefflich gedieh,
sie mögen leben „Hoch, hoch, hoch!“

Otto Waas


Regenrinnen und Fallrohre


Dacharbeiten


Bodenausgleich und neues Schild


Anbringen der Giebelbretter


Die offizielle Eröffnung am 15. Oktober 2016

Am 30. Dezember 2015 gründete sich im Echzeller Wald eine Bürgeraktion, um den Unterstand an der Rentners Ruh wieder auferstehen zu lassen. Keine zehn Monate später, am 15. Oktober 2016 um 15 Uhr, bei zunächst bedecktem Wetter und ca. 18 Grad trafen sich über 150 Menschen im Echzeller Wald, um den Nachfolger des vor rund 45 Jahren erbauten und Ende 2015 abgerissenen Gebäudes festlich zu feiern.

Der Mitinitiator der Grillhütte, Hans J. Hahn, begrüßte die Anwesenden und dankte weiteren Ideengebern, den Spendern, den Helfern, den beteiligten Firmen, der Verwaltung und allen sonst beteiligten Personen für ihre Bereitschaft, das Projekt mit Geld und tatkräftiger Hilfe zu unterstützen. Er erzählte erfreut von der harmonischen Zusammenarbeit von Firmen und Privatpersonen, die in den letzten Monaten die Bauarbeiten mit viel Spaß erledigten und teilte mit, dass die übrigen Spendengelder - und die, die hoffentlich noch folgen - für die Renovierung der alten Schutzhütte verwendet werden sollen.

Bürgermeister Mogk erwähnte in seiner Rede erfreut, dass das Projekt Rentners Ruh, erstmalig in der Geschichte Echzells, in Eigenleistung der Bürger, Vereine und ortsansässigen Firmen, ohne finanzelle Belastung für die Gemeinde, durchgeführt werden konnte. Nachdem er vom chronologischen Ablauf der Aktion berichtete und die Namen der beteiligten Helfer und Firmen nannte übergab er den Unterstand, bzw. die Grillhütte ihrer Bestimmung als Treffpunkt für die Bürger, Vereine, Schulklassen, Kindergärten und viele mehr in der Hoffnung, dass die neue Rentners Ruh viele Jahrzehnte lang bestehen möge.

Im Anschluss spielte der Musikverein Echzell und es wurde bei kühlen Getränken und guten Gesprächen gefeiert. Die Feuerwehr Echzell grillte leckere Würstchen, die von der Metzgerei Schuh gestiftet wurden. Die Bäckerei Löber spendete die Brötchen dazu. Natalie Stoll, Anna Beyster und Thorsten Schumacher sorgten für die Getränkeausgabe und Bedienung der Gäste. Bei Einbruch der Dunkelheit erfolgte von den Helferinnen und Helfern der Abbau in der Gewissheit, einen historischen Tag in der Geschichte Echzells erlebt zu haben.

Diese Aktion hat gezeigt dass wir in Echzell sehr viel Potential haben, um Dinge anzugehen. Wir Einwohner, ob alt oder jung, Vereine, die Politik und Organisationen aus allen Ortsteilen können, wenn wir es nur wollen, noch viel mehr in Eigeninitiative bewegen. Das ist unser aller Echzell.

Thomas Wettig


Zur Geschichte der Entstehung der Bürgeraktion:

  • Beschluss der Gemeindevertretung  vom 09. November 2015, keine Finanzmittel in Höhe von 14.000 € in den Haushalt der Gemeinde einzustellen.
  • Daraufhin gab es Proteste in der Bevölkerung.
  • Hans J. Hahn bespricht sich mit den Protestlern und bildet mit Ihnen eine Bürgeraktion zum Neubau eines Unterstandes bzw. Grillhütte.Diese Personen der ersten Stunde sind: Manfred Hihn, Hans J. Hahn, Werner Mogk (Malermeister), Dieter Wolf, Klaus Scheuermann, u.a.Am 30.12.2015 um 14 Uhr erscheinen an Rentners Ruh etwa 40 Bürgerinnen und Bürger, Vereinsvertreter sowie der Bürgermeister Wilfried Mogk und gründen eine Bürgeraktion mit einem Spendenaufruf, dem viele Anwesende spontan folgen und ihre Spendenbereitschaft schriftlich in Listen bekunden.
  • Im Laufe der ersten Monate des Jahres 2016 steigt die Spendenbereitschaft so stark an, dass man nun auch den Neubau mit Eigenmitteln selbst finanzieren kann. Klaus Scheuermann verwaltet die Listen, die auch innerorts ausgelegt werden. Viele Bürgerinnen und Bürger unterschreiben und bekunden somit ihre Zustimmung zum geplanten Neubau. Nach Abschluss der Unterschriftensammlung macht Klaus Scheuermann eine Zusammenstellung und legt einen Ordner an. Über 500 Bürgerinnen und Bürger haben sich eingetragen. Das hätte man nicht erwartet. Mitte Februar werden die Unterschriftenlisten dem Bürgermeister überreicht.
  • Nach der Kommunalwahl im März 2016 beschließt das Parlament, für den Neubau eine offizielle Genehmigung beim Wetteraukreis zu beantragen.
  • Bürgermeister Wilfried Mogk erhält im Mai 2016 von der Unteren Naturschutzbehörde des Wetteraukreises den Bescheid, dass der Unterstand als Grillhütte in den Maßen des alten Unterstandes aufgebaut werden darf.
  • Die Bürgeraktion kann sich nun mit den Planungen und Vorschlägen auseinandersetzen und schließlich ein finanzierbares Konzept beim Bauamt der Gemeindeverwaltung zur Prüfung einreichen.
  • Die Firma Minnert GmbH, Alexander Langstrof, stellt ein Prüfgerät zur Messung der Bodendichte zur Verfügung. Thomas Wätjen, Bauingenieur der Gemeinde Echzell, nimmt die Messung damit vor. Ergebnis: Der Boden hat eine normale Festigkeit.
  • Im Juni 2016 werden die ersten Aufträge vergeben.
  • Danach werden im Juli 2016 die ersten Arbeiten durchgeführt: Umsturzgefährdete Bäume fällen, Zaun entfernen. Thomas Wettig erstellt eine Fotochronik über den Baufortschritt.
  • Thorsten Roos, Volker Kröll und Christian Ginter baggern die Fundamente aus.
  • Unter Leitung von Christian Ginter und Horst Glaub werden dann die Fundamente mit den Eisenkörben bestückt und betoniert. Die Baufirma Matthias Kapeller liefert das dazugehörige Material: Eisen und Beton. Arnold Waas fährt mit seinem Traktor zum Betonmischen ein großes Fass Wasser an. Christian Ginter stellt seine Betonmaschine zur Verfügung.
  • In der Zwischenzeit bereitet Jens Hergenröther mit seinem Sohn Janik nach den Berechnungen des Statikers das Gebälk vor.
  • Die Firma Berger H+H, Bagger, Erdbau, Abbruch fährt den Schotter an.
  • Nach dem Ausschalen der Fundamente fährt Thorsten Roos mit Sohn Maxi Schotter und Feinsplitt an, der als Sauberkeitsschicht unter dem neuen Dach dient.
  • Am 20. September wird unter Leitung von Jens Hergenröther das Gebälk aufgestellt. Volker Kröll hebt mit dem Radlader die schweren Balken hoch und bringt sie zur Befestigung in die entsprechende Position, was eine wertvolle Hilfe ist. Nach erfolgreichem Abschluss trägt Otto Waas( 87 Jahre alt) einen Richtspruch in alter Zimmermannstracht vor. Ein kleines Richtfest mit Bürgermeister Wilfried Mogk erfolgt im Anschluss. Von den damaligen Erbauern des Unterstandes, der vom Geflügelzuchtverein Echzell vor etwa 45 Jahren errichtet wurde, leben nur noch zwei davon, nämlich Otto Waas und Herbert Adam, die beide anwesend sind.
  • Uwe Winkler und Michael Hofmann bringen in den Tagen darauf die Dachrinnen an und von der Zimmerei Horst Mogk wird das Dach mit Trapezblechen montiert.
  • Danach erfolgen die Planierungsarbeiten der Außenanlage. Thorsten Roos und Sohn Maxi fahren dazu mit dem LKW Erde an. Somit sind die Arbeiten zur offiziellen Einweihung abgeschlossen. Weitere Arbeiten erfolgen noch.

Zur Einweihung der neuen Grillhütte bzw. Unterstand bleibt festzuhalten:

Dieses neue Bauwerk ist eine Gemeinschaftsaktion von Bürgerinnen und Bürgern, von Echzeller Handwerkern, von heimischen Handwerksbetrieben bzw. Firmen und zahlreichen Helfern, die alle unentgeltlich mitgewirkt haben. Lediglich waren die Materialkosten zu begleichen. Auf dieses Gemeinschaftswerk kann man in Echzell stolz sein. Bürgermeister Wilfried Mogk hat dieses Projekt mit Aufmerksamkeit und persönlicher Unterstützung begleitet.

Im Folgenden werden alle Helfer, Handwerker und Firmen aufgeführt, die zum Gelingen dazu beigetragen haben:

HAHN, Hans J., Organisator, Echzell

MOGK, Werner, Organisator, Echzell

SCHEUERMANN, Klaus, Organisator, Echzell

ALLERT, Walter, Helfer, Gettenau

GINTER, Christian, Maurer, Gettenau

GLAUB, Horst, Maurer, Gettenau

 BERGER, H&H, Bagger/Erdbau/Abbruch, Bisses

HERGENRÖTHER, Janik,  Echzell

HERGENRÖTHER, Jens, Zimmerei, Echzel

HOFMANN, Michael, Helfer/Spengler, Echzell

JEUTTER, Jürgen, Helfer, Echzell

KAPELLER, Matthias, Bauunternehmen, Bisses

KAPELLER, Uwe,  Bauunternehmen, Gettenau

KRÖLL, Volker, Helfer/Baggerfahrer, Bisses

LANGSTROF, Alexander, Bauunternehmen, Echzell

MOGK, Horst, Zimmerei/Dacheindeckungen, Gettenau

MUTH, Hans, Helfer, Echzell

NOLL, Berndt, Helfer/Elektro, Echzell

ROOS, Maximilian, Helfer, Echzell

ROOS, Thorsten, Helfer/Baggerfahrer, Echzell

SCHNEIDER, Matthias, Helfer/Elektro, Echzell

SCHULZ, Stephan, Helfer, Echzell

SCHUMACHER, Karl, Helfer, Echzell

STIEFEL, Andy, Helfer, Echzell

WAAS, Arnold, Helfer, Echzell

WÄTJEN, Thomas, Bauingenieur, Echzell

WETTIG, Thomas, Fotograf, Echzell

WINKLER, Uwe, Helfer/Spengler, Echzell 


Hans J. Hahn  im Oktober 2016


Die Seitenplanen sind da (November 2016)


Renovierung der Schutzhütte im November und Dezember 2016 (... wenn wir doch schon mal dabei sind!)


Einweihung der Schutzhütte nach der Renovierung am 20. Dezember 2016


Zweijähriges Jubiläum der Bürgeraktion am 30. Dezember 2017

Zwei Jahre nach Gründung der Bürgeraktion, die den Unterstand an der Rentners Ruh wieder auferstehen liess, kamen trotz Nässe und Kälte über 50 Menschen im Echzeller Wald zusammen, um an die Aktion von Bürgern für Bürger zu erinnern, die es ermöglichte, den Neubau rein aus Spendengeldern zu finanzieren.

Hans Hahn begrüßte die Anwesenden und erinnerte an den Abriss der alten Hütte, die Ablehnung des Neubaus aus Teilen der Lokalpolitik, die Gründung der Bürgeraktion und an den Spaß während der Planungs- und Bauarbeiten. Weiter machte er auf eine Neuerung aufmerksam: Ein neu gespanntes Drahtseil ermöglicht jetzt eine Abtrennung des Unterstandes in einen geschlossenen und offenen Teil. Diese Abtrennung kam, genauso wie die angeschafften Teppichfliesen für wärmeres Sitzen, bei den Anwesenden sehr gut an.

Bürgermeister Mogk erwähnte in seiner Rede erneut, dass das Projekt Rentners Ruh, erstmalig in der Geschichte Echzells, in Eigenleistung der Bürger, Vereine und ortsansässigen Firmen, ohne finanzelle Belastung für die Gemeinde, durchgeführt werden konnte und dankte nochmals allen Mitwirkenden.

Nachdem der Bürgermeister aus den Händen von Hans Hahn seinen eigenen Schlüssel für die Rentners Ruh erhalten hatte, kredenzte Thorsten Roos - unterstützt von Sohn Maxi - wieder seine bekannt leckere und wärmende Erbsensuppe. Es folgten viele interessante Gespräche unter zwei Heizpilzen und am Feuerkorb.